Unterricht an unserer Schule

Von der 1. bis zur 13. Klasse.

Die Klassen 1 bis 8 – Unter- und Mittelstufe

Der Waldorf-Klassenlehrer begleitet „seine Klasse“ vom ersten bis zum achten Schuljahr. Er unterrichtet Schreiben-Lesen-Rechnen im so genannten Hauptunterricht (in der Regel die ersten beiden Unterrichtsstunden) und in weiteren Fächern. Fremdsprachen, Sport, Künste und Handwerk erarbeiten die Klassen mit anderen Fachlehrern. 

Unterrichtsstoffe und -themen werden in so genannten Epochen behandelt, d.h. über mehrere Wochen geht es hauptsächlich um ein Fach – Mathe oder Deutsch sozusagen „am Stück“. Das macht die intensive Beschäftigung mit dem Fach und seinen Themen geradezu unausweichlich.

In der 3. Klasse findet eine Ackerbau-Epoche statt. Die Kinder erleben im Freien wo und wie unsere Nahrung eigentlich entsteht. Es geht einmal durch den Jahres- und Produktionsablauf: Sie pflügen den Acker, säen und ernten, mahlen ihr Korn und backen das Brot aus dem Mehl. Im siebten Schuljahr sorgt das Forstpraktikum für Luftveränderung, Muskelkater und ökologische Erkenntnisse.

Die 8. Klasse – Abschluss der Mittelstufe

Diese Klasse hat es in sich: In einer Jahresarbeit sollen sich Interessen und Fähigkeiten bündeln – und tun das nicht einfach so. Das Pubertätsalter setzt Kräfte frei und Ablenkungen locken: Die Schüler müssen sich also „zusammennehmen“ samt ihren Gedanken und Materialien, um ein Thema ihrer Wahl schriftlich oder handwerklich-künstlerisch darzustellen. Zusammennehmen dann auch allen Mut für einen Vortrag zum Thema. Das achte Schuljahr hält auch danach auf Trab: Ein Theaterstück wird inszeniert. Kulissen werden gebaut und gemalt, Kostüme geschneidert und nach Probe über Probe, die Aufführung, auf großer Bühne, öffentlich. Nach Lampenfieber und Applaus folgt ein Ernst des Lebens anderer Art: Handwerkerpraktikum, vier Wochen „Stift“ in der Realität handwerklicher Arbeitswelten. Schließlich dann Klassenfahrt, konzertierte Aktionen und Soli auf eigenen Wegen zu Land, zu Wasser, Hauptsache mal weg.

Die Oberstufe – Klasse 9 bis 12

Weiterhin themenbezogene Epochen, doch der Unterricht wird nun ausschließlich von Fachlehrern erteilt. Ein Lehrer ist Klassenbetreuer und Ansprechpartner. Vielfältige Praktika ergänzen den Fachunterricht in der Oberstufe: ein Feldmess- und Betriebspraktikum in der 10. Klasse und ein Sozialpraktikum in der 11. Klasse gewähren Einblicke, regen Interessen an, ermöglichen Vergleiche. Das vermittelt die Botschaft: Lass’ dir noch Entwicklungszeit, eine spätere Festlegung und Spezialisierung ist dann umso fundierter. 

Zum Ausklang der Waldorf-Schulzeit wird vieles an Können und Talent gefordert und „veröffentlicht“. In der 11. Klasse erschließen die Schüler sich und uns wieder ein selbst gewähltes Thema in einer zweiten Jahresarbeit. In der 12. Klasse werden die Arbeitsergebnisse in die Öffentlichkeit der Schulgemeinschaft getragen und in einem Vortrag oder einer praktischen Demonstration präsentiert. Ein anspruchsvolles Theaterstück wird einstudiert und aufgeführt sowie der künstlerische Abschluss: eine selbst produzierte künstlerische Präsentation (Rezitation, Tanz, Musik...) Eine Klassenfahrt führt dann zu neuen Horizonten.

Epochenunterricht

Typisch für die Waldorfpädagogik ist der so genannte Epochenunterricht. Auch an unserer Schule wird in solchen Epochen jeweils ein Wissensgebiet intensiv und kompakt bearbeitet. Nicht den ganzen Schultag lang, sondern in den täglichen zwei Stunden „Hauptunterricht“ zu Beginn des Tages. Epochenunterricht wird erteilt in Fächern mit sinnvoll abgrenzbaren Sachgebieten, also in Deutsch, Geschichte, Mathematik, Naturwissenschaften usw. So eine Epoche kann zwei bis vier Wochen dauern, je nach Fach- und Schulstufe. Die Schüler führen ein Epochenheft mit eigenen Texten und Zeichnungen – sie stellen sozusagen ihr eigenes Lehr- und Lernbuch zusammen. Andere Wissensfelder liegen in diesen Zeiten im besten Sinne brach – sie ruhen, um sich zu „sammeln“. Das motiviert für den nächsten Anlauf – von Aussaat/Input bis Ernte/Erkenntnis/„kapiert“. Neben dem in der gesamten Klasse und in Fach-Epochen erteilten Hauptunterricht gibt es an der Waldorfschule in den Klassen 1 bis 12 auch den „Fachunterricht“, für den die Klassen oft halbiert oder auch gedrittelt werden. Nach der ersten großen Pause wird im Fachunterricht in kleineren Lerngruppen also kontinuierlich trainiert, zum Beispiel die Fremdsprachen, bei uns Englisch und Russisch von der ersten Klasse an. Als Fachunterricht erteilt werden auch Sport, Werken, Malen, Handarbeit, Eurythmie, Musik, Religion und Gartenbau.

Die 13. Klasse - Vorbereitung auf das Abitur

Schüler, die das Abitur anstreben, bereiten sich in der 13. Klasse auf die Prüfungen zur allgemeinen Hochschulreife vor. 

Berufs- und Studienberatung 

In der Oberstufe nehmen wir die Berufs- und Studienwahl in den Blick. Die Schüler werden animiert und angeleitet, eigene Schritte zur Schärfung ihrer Talente und Interessen zu unternehmen. Informationen zu Ausbildungsberufen, ab der 11. Klasse zusätzlich Informationen zu Studienmöglichkeiten werden erschlossen und bereitgestellt.

9./10. Klasse: Im Rahmen des Deutschunterrichts werden Inhalte und Formen von Bewerbungen für Praktika, Ausbildungsstellen, Arbeitsplätze besprochen und zu Papier oder in Online-Form gebracht. Dazu erstellt jeder auch seinen Lebenslauf.

10./11. Klasse: Ein „Berufsfindungstag“ führt in Betriebe, um dort einmal zu „schnuppern“ und Informationen zu erhalten über verschiedene Berufsfelder.

11. Klasse: Zur Berufs- und Studienberatung kommen Referenten vom Arbeitsamt zu uns und wir besuchen das Berufsinformationszentrum (BIZ) in der Arbeitsagentur Bonn. Eine formvollendete Bewerbung zuschicken, ist ein Schritt, in einem Bewerbungsgespräch oder Einstellungstest zu bestehen, der nächste. Wir inszenieren und proben den Auftritt in einem Bewerbungstraining mit externen Referenten.

12. Klasse: Die Schüler werden dazu angehalten, “gecoacht“, bekannte und neue Informationsquellen und Kontakte zu nutzen.

13. Klasse: Die Abiturklasse riecht in die akademische Welt hinein und besucht eine Vorlesung an der Universität Bonn oder Köln.