Sicher unterwegs: Waldorfschüler legen Fahrradprüfung mit sehr gutem Ergebnis ab

Bundesweit prägen sie derzeit das Verkehrsbild: Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen, bekleidet mit knatschgelben, nummerierten Warnwesten mit reflektierenden Streifen, die ihre Fahrradprüfung im Realverkehr absolvieren. 

So auch 27 Viertklässler der Freien Waldorfschule Sankt Augustin-Hangelar. Dazu mussten alle Kinder ihr Fahrrad in die Schule mitbringen, wo es von Polizisten der Verkehrsschule auf Verkehrssicherheit überprüft wurde. Die verkehrstauglichen Fahrrädern wurden vor Ort direkt mit einer Plakette ausgestattet.

Die Kinder starteten zeitlich versetzt und fuhren eine Route quer durch Hangelar ab. Auf der Strecke verteilt warteten Eltern der Klasse, die ein Protokoll über das Verkehrsverhalten der Kinder führten. 

Insgesamt 17 Eltern unterstützten Polizeihauptkommissar Helmut Böhm (Direktion Verkehr und Kommissariat Verkehrsunfallprävention) und Michael Krenz (Kreispolizeibehörde Rhein-Sieg-Kreis, Bezirksdienst Sankt Augustin) bei der Durchführung der Fahrradprüfung. Während die Erwachsenen nach dem praktischen Teil die Fahrkünste auswerteten und die Prüfung reflektierten, ging es für die Schülerinnen und Schüler in die schriftliche Prüfung, bei der das Wissen wie etwa über Verkehrszeichen und Vorrangsregelungen abgefragt wurde. 

In der praktischen Prüfung sind insgesamt 116 Fehlerpunkte möglich; ein Durchfallen gibt es bei der Prüfung jedoch nicht. Die Prüfungsergebnisse sind eingeteilt in 3 Kategorien: bei unter 8 Fehlern wird auf der Urkunde ein „mit gutem Erfolg teilgenommen“ bescheinigt, bei 8-15 Fehlern ein „mit Erfolg“ und bei mehr als 15 Fehlern ein „teilgenommen“. 2 Schülerinnen konnten die Prüfung mit Null Fehlern meistern – mehr als 15 Fehler hatte keiner. Polizeihauptkommisar Böhm sprach von einem insgesamt sehr guten Ergebnis. 

„An den Regelschulen wechseln die Kinder nach der vierten Klasse auf die weiterführende Schule und haben damit verbunden meist einen weiteren Schulweg, den sie oft mit dem Fahrrad zurücklegen.“ So Michael Krenz. „Das trifft für die Schüler der Waldorfschule nicht zu, da sie ja auf der Schule bleiben, aber ist es ein Anliegen, dass die Kinder das richtige Verhalten im Verkehr erlernen und sicher unterwegs sind.“  

Die Fahrradausbildung und -prüfung in der 4. Klasse ist vom Kultus- und Innenministerium vorgeschrieben. Erst ab 10 Jahren können Kinder Entfernungen und Geschwindigkeiten abschätzen und ab etwa 11 Jahren Gefahren des Straßenverkehrs gut einschätzen.

„Meine Mama hat gesagt, das ich nach der Prüfung alleine mit dem Fahrrad zur Schule fahren darf.“ Und so freut sich ein Schüler schon auf seinen Fahrradpass, den es nach Auswertung der schriftlichen Prüfung dann auch noch gibt.