Fluechtlingshilfe in Hangelar: "Fremdheit ueberwindet man am besten durch Begegnung"

Der Runde Tisch Flüchtlingshilfe in Hangelar stellt sich vor.

Wie fühlt es sich an, als Flüchtling halb Europa zu durchqueren? Wie kann Integration in der fremden neuen Heimat gelingen? Und wie kann Flüchtlingsarbeit einen ganzen Ort näher zueinander bringen?

Diese Fragen waren am 25. Februar 2016 Thema einer gut besuchten Veranstaltung im Emil-Molt-Saal der Freien Waldorfschule Sankt Augustin. Es ging um die Flüchtlingshilfe in Hangelar, die ausschließlich von ehrenamtlichen HelferInnen aus dem Ort getragen wird. 150 Menschen waren gekommen, um sich über die Besonderheiten des „Hangelarer Modells“ zu informieren. Auf dem Podium saßen sowohl die Koordinatoren der Flüchtlingsarbeit in Hangelar, als auch zwei Flüchtlingspatinnen und ein Flüchtling aus Syrien. Moderiert wurde die Veranstaltung von Lennart, einem Schüler der FWS aus der 11. Klasse.

Zur Zeit leben 70 Menschen aus 18 Nationen in drei Wohncontainern in der Richthofenstraße in Hangelar. Zusätzlich werden 46 Menschen in der Großenbuschstraße betreut; über 30 Flüchtlinge sind bereits in 13 Wohnungen untergebracht.

Hangelar hatte - so die Ortsvorsteherin Christiane Heilen - im Gegensatz zu anderen Orten das Glück, langsam in die Flüchtlingsarbeit „hineinwachsen“ zu dürfen. Erst nach und nach trafen Flüchtlinge im Ort ein und die engagierten Nachbarn hatten die Möglichkeit, sich am Runden Tisch Gedanken darüber zu machen, wie das Zusammenleben mit den Neuankömmlingen aussehen könnte und wie man organisatorische Fragen lösen wollte. 

Es bildete sich ein Modell heraus, das auf dem persönlichem Engagement der Flüchtlingspaten und einer quasi 1:1 Betreuung der Flüchtlinge basiert. Von Behördengängen über Arztbesuche und Sprachvermittlung und der Erklärung des Lebens in Deutschland reichen die Aufgaben der PatInnen. Die Patinnen erzählen erstaunliche Geschichten, wie man sich ohne Sprache verständigen kann, wie die Betreuten ihnen ans Herz wachsen und manchmal sogar zu FreundInnen werden. „Fremdheit überwindet man am besten durch Begegnung“, so Wolfgang Morell, einer der Koordinatoren der Flüchtlingshilfe. Ganz wichtig ist aber auch das Grundprinzip des Runden Tischs: Jeder engagiert sich soweit, wie er/sie kann und mag.

Auch die SchülerInnen der FWS sind gefragt: Besonders freuen würden sich die geflüchteten Jugendlichen über gemeinsame Sport- und Spielmöglichkeiten. Am Ende des Abends gab es viel Applaus für die engagierten HelferInnen und ihr vorbildliches „Hangelarer Modell“.