Die 11. Klasse spielte Elias Canettis „Komödie der Eitelkeit“

Spieltermine: Freitag, 12.7.2013, 20:00 Uhr (Premiere) und Samstag, 13.7.2013, 20:00 Uhr

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Eine fiktive Welt, in der Bilder und Spiegel verboten sind. So, grob skizziert, die Handlung des Stücks „Komödie der Eitelkeit“ von Elias Canetti, das vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Bücherverbrennungen entstanden war. Eine gelungene Inszenierung des Stücks legte jetzt die 11. Klasse der Freien Waldorfschule Sankt Augustin vor. 

Keine einfache Kost – was also hat die 11. Klasse bewogen, dieses Stück einzustudieren? Zunächst ist ein entscheidendes Kriterium, dass für alle Rollen da sind. Bei der „Komödie der Eitelkeit“ betrachtete es die 11. Klasse zusätzlich als lohnende Herausforderung, den ungewöhnlich weit gespannten Handlungszeitraum (drei 10-Jahresabschnitte) theatralisch umzusetzen. Die Darsteller altern im Stück, es muss viel geschminkt werden und teilweise waren pro Darsteller drei Kostüme im Einsatz. Besonders gereizt hat die Klasse aber auch ein inhaltlicher Aspekt: nämlich darzustellen, wie sich Menschen durch ein solches Verbot verändern können. Sie wollten kein „glattes“ Stück mit einer linearen Handlung sondern eine anspruchsvolle Handlung, ein gesellschaftskritisches Stück und sie spürten instinktiv die Aktualität.

„Ich fand das Stück sehr ernst“, hörte man Zuschauer sagen. Aber muss Kunst immer unterhalten? Die 11. Klasse machte ihre Sache überzeugend – und das zweieinhalb Stunden lang! An beiden Spielabenden waren die Schülerinnen und Schüler bestens in Form: die umfangreichen Texte ‚saßen‘, Charaktere entwickelten sich überzeugend, das Publikum wurde geradezu vom Bühnengeschehen eingesogen.  

Begleitet wurde die Arbeit am Stück von der Theaterpädagogin Heike Heinen. 

Mit dem Theaterprojekt haben die Schülerinnen und Schüler die erste von drei Etappen des Waldorfabschlusses absolviert. Im nächsten Schuljahr folgen der „Künstlerische Abschluss“ und eine umfangreiche Abschlussarbeit.