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Klassenspiel 8. Klasse 2010

 

 

 

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Die Heiratsvermittlerin

Eine Farce in 4 Akten von Thornton Wilder

Klassenspiel der 8. Klasse  12. und 13. März 2010


Plakat ...

Die 8. Klasse möchte Sie herzlich zu ihrem Theaterstück „Die Heiratsvermittlerin“, einer witzigen Komödie von Thornton Wilder, einladen. Die beiden öffentlichen Aufführungen sind am Fr. 12. März und Sa. 13. März 2010 Jeweils um 20 h im Emil-Molt-Saal.

Zum Inhalt: Horace Vandergelder, ein reicher verwitweter Kaufmann, der sein Leben bisher damit verbracht hatte, erfolgreich Dollars zu scheffeln, will wieder etwas aus seinem Leben machen und dazu braucht er eine Frau, jung und hübsch, versteht sich. Und so kommt er auf die Idee, sich nach seinem 60. Geburtstag eine noch knusprige zweite Ehefrau zu gönnen. Er ist gewillt, ein bisschen Sicherheit für ein gewisses Maß an Abenteuer zu riskieren. Gleichzeitig gönnt er seiner Nichte, die einen verkrachten Künstler anschmachtet, dieses Eheglück keineswegs und versucht diese nicht standesgemäße Verbindung nach Kräften zu verhindern. Ehe er zur Brautschau nach New York aufbricht, offenbart er sich seinen beiden Bediensteten gegenüber noch als hartherziger Kapitalist.

Bei der Brautschau trifft Vandergelder aber auf diverse Konkurrenten. Im Laufe der vier Akte wirren sich die Handlungsfäden aufs Schwerste, nur Mrs. Dolly Lewin, die Kupplerin auch in eigener Sache, behält den Überblick und die Fäden in der Hand, ordnet alles nach ihrem Willen und bekommt am Ende den reichen Vandergelder, der, von ihrem Charme ausgekontert, plötzlich mildere Züge zeigt. Man ahnt, er wird in Zukunft nach ihrer Pfeife tanzen und seinen Sparstrumpf öffnen müssen. So hat alles ein vergnügliches Ende.

So weit die Handlung, die aber im Grunde nebensächlich ist. Die Geschichte dient im Grunde nur dazu, allen Akteuren Gelegenheit zu gegen, das Publikum durch verrückte Situationen zum Lachen zu bringen.
Der Autor verschafft diese Situationen allen Akteuren der Reihe nach: Der alte Vandergelder macht sich durch seine Tiraden zunächst denkbar unsympathisch, Mrs. Dolly Lewin erwirbt sich als Gegenspielerin dagegen durch Charme und Witz die Anteilnahme des Publikums, die beiden Angestellten Cornelius und Barnaby haben einen fulminanten Auftritt, in dem sie den Gegensatz zwischen Doofen und Unterdrückten bis zum Exzess ausspielen dürfen, und ihr neuer Kollege Malachi Stack darf seine Whisky-Philosophie ins Publikum äußern. Irene Molloy, die Hutmacherin, die nichts so hasst wie ein biederes Leben und ebenfalls in eine Versorger-Ehe zu flüchten gedenkt, läuft in den Szenen mit den jungen Burschen zu Superform auf, und dazwischen immer wieder Dolly, welche die Handlungsfäden zu ihrem Vorteil ordnet. Das alles im Stil einer munteren Klamotte, nach dem Muster einer flotten Boulevard-Komödie, wobei jeder der Reihe nach als „Hauptperson“ auftreten darf.

Thornton Wilders Farce „Die Heiratsvermittlerin“ („The Matchmaker“) geht auf Johann Nestroys Posse „Einen Jux will er sich machen“ (Wien 1842) zurück, der seine Theatervorlage wiederum vom englischen Original „A well spent day“ von John Oxenford abgeschaut hat.
Thornton Wilder (1897-1975) war ein äußerst erfolgreicher Autor, mehrfacher Pulitzerpreisträger, er erhielt außerdem den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels; seine Stücke wurden auch im Kino oder als Musical zu Hits. Die „Heiratsvermittlerin“ diente als Vorlage für das Erfolgsmusical „Hello Dolly“, bei dem Barbra Streisand und Walter Matthau in den Hauptrollen brillierten.

 

 

 

 

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